Graufilter und ihre Einsatzzwecke

Graufilter bzw. Neutraldichtefilter) sind quasi die Sonnenbrille der Kamera. Sie tun nichts anderes, als das Licht am Weg durchs Obejektiv zum Sensor zu blockieren bzw. abzuschwächen. Dabei unterscheidet man zwischen 2 Arten:

  • Grauverlaufsfilter (ND Grad)
  • Graufilter (ND)

Grauverlaufsfilter

Wie der Name schon sagt, sind das Filter bei denen das Licht nicht über die ganze Fläche gefiltert wird. Das menschliche Auge kann große Helligkeitsunterschiede sehr gut ausgleichen. Die Kamera kann das nicht so gut. Das merkt man deutlich, wenn man zum Beispiel einen Sonnenuntergang fotografiert. Entweder ist der Himmel zu hell oder das Wasser bzw. die Landschaft zu dunkel. Der Unterschied zwischen "oben und unten" ist einfach zu groß. Hier kommt der Grauverlaufsfilter ins Spiel. Der Filter gleich den Helligkeitsunterschied aus, indem er im gefilterten Bereich einfach das Licht schlechter durchlässt. Die Art des Verlaufs kann dabei verschieden sein. Dabei ist von weich bis hart ialles möglich. Sogar invertierte Verläufe sind möglich.

Anhand der folgenden 2 Bilder könnt ihr sehen wie der Filter das Bild beeinflusst. Das erste Bild ist ohne Filter. Die Landschaft und das Wasser sind korrekt belichtet aber der Himmel mit den Wolken ist etwas zu hell. Ihr werdet jetzt vielleicht sagen, daß man das ohnehin mit Photoshop oder einem anderen Bildbearbeitungsprogramm reparieren kann. Allerdings, alles was ihr beim fotografieren in der Kamera schon richtig macht, erspart ihr euch hinterher bei der Retusche.

 

Alte donau

Blende f/8 - 1/320 sek. Belichtungszeit - ISO 100

 

Der Grauverlaufsfilter hat das helle Licht im oberen Bereich abgeschwächt und führt so zu einer gleichmäßigen Belichtung über das gesamte Bild.

Alte donau nd

Blende f/8 - 1/200 sek. Belichtungszeit - ISO 100

 

Graufilter

Der Graufilter filtert das Licht über seine gesamte Fläche und hat eigentlich nur einen Zweck, die Belichtungszeit zu verlängern. Und das ist hilfreich, wenn man tagsüber eine kleine Blende benutzten möchte um wenig Schärfentiefe zu haben, oder um Bildteile die sich bewegen (Wasser, Autos, Lichter) verwischen zu lassen. An den folgenden Bildern seht ihr den Unterschied am fließenden Wasser. Auf dem ersten Bild sieht alles normal aus, aber auf dem zweiten Bild sieht man deutlich wie sich die längere Belichtungszeit auswirkt und das Wasser verschwimmen lässt. Wäre die Belichtungszeit noch länger, würden auch die Wolken verschwimmen, da sich diese auch bewegen.

 

Donau

Blende f/8 - 1/50 sek. Belichtungszeit - ISO 100

 

Mit Graufilter verschwimmt das Wasser und bildet eine gleichmäßige milchige Oberfläche.

Donau nd

Blende f/8 - 8 sek. Belichtungszeit - ISO 100

 

Die Stärke der Graufilter wird entweder in Neutraldichte (zB.: ND3) Blendenstufen (zB.: 10), oder im Faktor X (zB.: ND 1000x) angegeben. Ein Filter auf dem ND3 steht, würde also die Belichtungszeit um ein 1000 faches verlängern bzw. um 10 Blendenstufen abdunkeln.

In einem der nächsten Beiträge zeige ich euch welches Filtersystem ich verwende und wie das ganze auf der Kamera aussieht.